
Terra Remota, Camino,
Empordà 2020
von Michael Benger / sensationWein – Terra Remota, Camino, Empordà 2020, September 2025
| Hersteller: | Terra Remota |
| Rebsorten: | Garnacha Negra, Syrah, Cabernet Sauvignon |
| Anbauregion: | Catalunya / Katalonien |
| Anbaugebiet: | Empordà |
| Land: | Spanien |
| Jahrgang: | 2020 |
| Ausbau: | 12 Monate, davon ⅓ in Edelstahltanks, ⅓ in 5000-Liter-Fässern und ⅓ in 500-Liter-Fässern jeweils aus französischer Eiche |
| Werte: | A 14,5 % | RZ – g/l | S – g/l |
| Preis (EVP): | ca. 22,´- € |

Stille Revolution
Grüezi
„Dann chönd mir jetzt loslege.“ Der freundliche schweizerische Mitarbeiter der Bodegas, leider ist mir sein Name entfallen, hatte ein leichtes, uns anhand des Kfz-Kennzeichen in der richtigen Sprache, wenn auch der ihm eigenen Mundart anzusprechen. „Härzlech wllkomme bi üs! Heigend Si de Wäg guet gfunde?“ Nein, hatten wir nicht. Das kleine Schild mit der Aufschrift „Terra Remota“ an der Landstraße GI-503 in Richtung Garriguella hatten wir glatt übersehen. Schließlich sind wir dann aber doch noch mal umgekehrt und haben die Einfahrt zu dem holprigen und staubigen Weg genommen. Vorbei an aus dem Nichts auftauchenden, sorgfältig gepflegten Weingärten. Um auf dem Parkplatz diesen überraschenden Empfang zu erleben. Meine Begleitung und ich schauten uns verdutzt an. Was wiederum unserem Gastgeber nicht verborgen blieb.
„Ihr ghöred doch zäme?“ Mit einer leichten Kopfbewegung deutete er auf die kleine Gruppe von Menschen, aus der heraus er sich gelöst hatte und auf uns zukam. Na ja. Wir hatten im nahegelegenen Capmany zu Mittag gegessen. Ein kleines Restaurant an der Dorfstraße dieser vielleicht 700 Einwohner zählenden katalanischen Gemeinde. Der lange Tisch belegt von den Mitarbeitern der örtlichen Entsorgungsbetriebe in ihren leuchtend gelben Arbeitsklamotten. Am Fensterplatz zwei Frauen und ein Mann, fortgeschrittenen Semesters, die höflich mit bon jour grüßten. Franzosen – nichts ungewöhnliches hier in der Grenzregion. Es gab Habas a la catalana, ein äußerst schmackhafter Bohneneintopf. Und selbstverständlich grüßten wir uns beim Verlassen des Restaurants gegenseitig mit einem bon journée.
Chömed doch eifach mit

Nun standen die drei da, auf dem Parkplatz der Bodega und winkten uns bei unserem Eintreffen freundlich zu. Das wiederum hatte den eidgenössischen jefe de recepción zu der Annahme veranlasst, dass wir dazu gehörten. Zu jener Gruppe, die, so war es in seinem Terminkalender mit einem Ausrufezeichen festgehalten, für 14 Uhr einen Rundgang durch die Kellerei verabredet hatten. Eine der beiden Französinnen war, wenn ich mich recht erinnere, mit der hiesige Önologin verwandtschaftlich verbunden. Was ihnen eine private Führung ermöglicht hat.
„Wenner scho mal da sit. Chömed doch eifach mit.“ Und so kamen wir in den Genuss einer Besichtigung der hochmodernen Produktionsstätten von Terra Remota. Zu einem Zeitpunkt, als das noch recht junge Weingut eigentlich keine Gäste empfing. Das war im Frühsommer 2014. Seit dem hat sich dort einiges geändert.
Mittlerweile spielt man die Klaviatur des Enoturismo rauf und runter. Geführte Weinguts-Touren mit anschließender Degustation, thematische Verkostungen, Picknick im Weingarten, Konzert- und Kunstveranstaltungen. Ein Hotelbau neben den Weingärten war geplant, 400.000 Euro bereits investiert. Das Projekt geriet dann aber ins Stocken.1
Culo de cabra
Auch das Portfolio der angebotenen Weine hat sich erweitert. Seinerzeit gab es drei Weine in der Basislinie: Den weißen Caminante, den Rosé Caminito und eben den Terra Remota, Camino, Empordà als Einstiegs-Roten. Dazu den Clos Adrien und den Usted. Letzterer hatte es bereits auf die Weinkarte des renommierten El Celler de Can Roca geschafft, einem Drei-Sterne-Restaurant im nahe gelegenen Girona. Die Produktpalette heute ist um einiges umfangreicher.
Da gibt es im niedrigere Preissegment die Ales-Linie aus zugekauften Trauben einer Genossenschaft in der Appellation Terra Alta und auch dort vinifiziert. „Ehrliche, unverfälschte, sehr frische Weine“, wie Miteigentümer Marc Bournazeau verrät. Die Terra Remota-Linie hat Zuwachs bekommen. Etwa mit dem teil-entalkoholisierten Seis. Auf dem Schaumweinmarkt tummelt sich der Cava Adelita.
In der Linie Edició Limitada bieten sie mit dem Tardor und dem Tan Weine aus dem Natural- und Orange-Sektor an, die aber mit Reinzuchthefen vergoren werden. „Die Gefahr eines pudor de ‚cul de cabra‘,“ eines Geruchs nach Ziegenafter „ist sonst einfach zu groß.“2 Für den E Chenin und den GG experimentiert man mit Betoneiern und Glaskugeln bei Gärung und Ausbau. Und dann gibt es da auch noch den Lledoner Pelut3 aus der gleichnamigen, äußerst seltenen und autochtonen Rebsorte. Ein Blanc de noir für 300,- Euro je Flasche. Sachen gibt’s.

Hoffnung auf ein neues Spanien
1917 wurde das Gedicht Caminante, no hay camino dieses Dichters, Dramatikers und Erzählers veröffentlicht.
Caminante, son tus huellas
el camino, y nada más;
caminante, no hay camino,
se hace camino al andar.
[…]4
Kastilische Lyrik als namensgebender Pate für einen katalanischen Wein einer noch ganz am Anfang ihres Weges stehenden Bodega?!
„Wie in dem Gedicht basiert die Arbeitsphilosophie auf Respekt, Hartnäckigkeit und Ausdauer als wesentliche Werte, um die angestrebten Ziele zu erreichen.“5,
So kommentierte die Sommelière Mar Galván 2019 in der Fachpublikation La Gaceta del Vino die Namenswahl. Und so auch zuvor in 2012 schon der Weinjournalist Miquel Hudin in seinem Empordà-Weinführer.6 Aber es gibt noch eine subtilere Beziehung.
Machado, „einer der bedeutendsten spanischen Schriftsteller der Moderne“7 war überzeugter Demokrat und Republikaner. Er verachtete die Verrohung durch die Politik, das aristokratische Gesellschaftsleben sowie die Heucheleien der katholische Kirche und des weltlichen ‚Klerus‘. Schon früh, mit Beginn des Spanischen Bürgerkrieges (Juli 1936 bis April 1939) geriet er ins Visier der Comisión de Depuración C, der Säuberungsbehörde des faschistischen Diktators Francisco Franco Bahamonde. Machado galt als unpatriotisch und als gegen die Movimiento Nacional gerichtet.8
Aus Madrid floh er zunächst ins noch republikanische Valencia, wo er unermüdlich Artikel, Analysen und Reden verfasste. Über Barcelona musste Machado schließlich im Januar 1939 nach Südfrankreich flüchten. Hier verstarb er, vollkommen entkräftet, nur einen Monat später. Sein Grab befindet sich in der südfranzösischen Gemeinde Collioure, unweit von Perpignan.
Die Hauptstadt der ehemaligen Grafschaft Roussillon resp. Nordkatalonien wiederum war lange die Heimat von Marc und Emma Bournazeau, den Terra Remota-Eigentümern. Emmas Großvater, ein Republikaner aus Lleida, musste ebenso wie Machado vor den faschistischen Schergen flüchten. Sein Sohn, Claude Florensa, erwarb 1999 jene rund 40 Hektar mediterranen Waldlandes, die er seiner Tochter Emma vererbte und auf denen heute die Reben von Terra Remota stehen.9
Degustationsnotiz zum Terra Remota, Camino, Empordà, 2020
Insgesamt greift man bei Terra Remota auf drei geschützte Ursprungsbezeichnungen, Denominación de Origen, zurück. Neben der D.O. Empordà auch auf die D.O. Catalunya und die D.O. Cava. Ergänzt durch einige Vi de taulu, Tafelweine. Trauben von elf verschiedenen Rebsorten, sechs weißen und fünf roten, stehen dazu zur Verfügung. Die auf 26 Hektar Weinbaufläche in der Kommune Sant Climent Sescebes (Comarca Alt Empordà) und, für den Schäumer, im Penedès (zwischen Barcelona und Tarragona gelegen) stehen. Plus der zugekauften Trauben aus dem Süden Kataloniens. Da lohnt es sich, das geographische Gebiet mit seinen unterschiedlichen Herkunftsangaben etwas aufzuschlüsseln. Zuvor aber die Degustationsnotiz zum Terra Remota, Camino, Empordà, 2020.
Verkostungsnotiz vom 6. September 2025
Im Glas:
mittelkräftiges Rubin, fast opaker Kern, jugendlich; Farbtiefe: mittel+, Viskosität: mittel* mit engen Kirchenfenster –
In der Nase:
sauber; Intensität: mittel; Qualität: gut bis vielschichtig; Aromen: fruchtige (Preiselbeeren, Kirsche, aber auch etwas rote Pflaume), würzige (Oliventapenade, Wacholder) und balsamische Noten (dunkle Schokolade); mit Luftkontakt leicht florale Noten (Hibiskusblüten), die würzige Komponente wird feiner
Am Gaumen:
trocken; frucht-/alkoholsüßer Auftakt an der Zugenspitze ; saftig mit dezenter Säure im Hintergrund; weiche und samtige Tannine am hinteren Gaumen präsent; Länge: mittel+
Die vielschichtige Aromatik bei leicht dominierender Würze und die elegante Textur liefern die Pluspunkte für den Terra Remota, Camino, Emporda 2020. Der schwache Säurebogen lässt ihn aber ein wenig schlaff wirken. Ein gelungener, aber mich nicht vollends überzeugender Kompromiss aus Eleganz und Druck bei zurückhaltender Spannung. Erinnert an Südfrankreich.
Alt Empordà
Es hatte uns ins also Alt Empordà verschlagen. Jene 1936 mit der Aufteilung der historischen Grafschaft Empordà geschaffene comarca am nordöstlichen Zipfel der iberischen Halbinsel. Teil der Comarques gironines resp. der Província de Girona, die wiederum eine der vier Provinzen von Catalunya ist, einer Comunitat autònoma espanyola. 1.357 km² umfasst dieser Gemeindeverband, 68 Kommunen mit ca. 140.000 Einwohnern.
Das nördliche Katalonien ist ein geschichtsträchtiger Landstrich, geprägt von Bergen, Ebenen und natürlich vom Meer. Jede Einheit für sich bietet einen spektakulären Kulissenraum, ausgestattet mit jeweils eigenem Charme. Zusammengenommen ein disparates Ensemble. Hie die rauhe, wilde Küste mit zerklüftete Felsen und malerischen Stränden. Da das bukolische Hinterland mit seinen häufig noch mittelalterlich anmutenden Dörfern. Das ursprüngliche, das eigentliche Alt Empordà. Stoff für die Konstruktion von Mythen, für die Erzählung von einer idealen Landschaft.

Als „katalanische Toskana“ wird das Alt Empordà gelegentlich bezeichnet.10 Mit dem Sehnsuchtsraum in Italien teilt man sich immerhin die geografische Breite. Ungefähr. Beides Postkartenlandschaften par excellence. Aber dieser Vergleich „entspringen einem gewissen Minderwertigkeitskomplex“, meint der spanischer Gastronomie-Autor, Journalist und Historiker Jaime Fábrega Colón. Dennoch hat sich die „hegemoniale Sichtweise auf die Region um die Idealisierung des Territoriums herum aufgebaut,“11 so der Sprach- und Literaturwissenschaftler Pep Sanz Datzira von der Universitat Autònoma de Barcelona.
Spiel mit den Göttern
Empordà – Tocat pels déus, „von den Göttern berührt“, ist dabei ein vergleichsweise junger Slogan. 2015 initiiert von den hiesigen Stadt- und Regionalräten. Als Place branding solle die Maxime „das Konzept des ‚Außergewöhnlichen‘ verkörpern“.12 Und dabei auch die einheimische Bevölkerung mit ins Boot nehmen, wie Projektkoordinator Jordi de San Eugenio, Professor an der Universität Vic, betont.13 Anders als die reine Tourismusmarke „Costa Brava“, als deren Ergänzung man sich, wohlgemerkt, verstehe. Obwohl die „Wilde Küste“ als Werbeversprechen und Urlaubsdestination etwas in die Jahre gekommen zu sein scheint.

!Oh, la nostra costa brava, sense parella al món!15

Ihre Initialzündung erlebte die operació Costa Brava im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts mit umfangreichen werbetechnischen Maßnahmen sowie einer intensiven städtebaulichen Entwicklung im Dienste der Außenstehenden, wie Touristen damals noch genannt wurden. Nach der spärlichen Nutzung von Seebädern zu medizinisch-therapeutischen Zwecken bis ca. 1856 und anschließender vereinzelter Landnahme durch Sommerresidenzen einiger Wohlhabender aus Barcelona, nun eine dritte Phase. Für den Zeitraum 1913 bis 1939 bescheinigt die Geographin María Mercedes Tatjer i Mir in ihrem Buch Els banys de mar a Catalunya den umfangreichen Bau von Hotelanlagen und Gartenstädten mit großen Bade-, Sport- sowie Freizeitkomplexen.18 Mitte der 1930er Jahre war die Bautätigkeit bereits so groß, dass sogar der vom Conselleria d’Obres Públiques de la Generalitat republicana19 einberufene Costa Brava-Ausschuss zu einer gewissen Zurückhaltung ermahnte.20
Empordà chic, Empordà choc
Im Nachkriegs-Spanien schließlich ermöglichten eine Laissez-faire-Gestzgebung im Planungsrecht, die finanziell desaströse Situation der Kommunen sowie ein anlagewilliges, oft auch ausländisches Kapital den Wildwuchs an touristischer Infrastruktur. Die auf eine wachsende Nachfrage eines zunehmend wohlhabenden, zunehmend mit Urlaubstagen ausgestatteten und zunehmend mobilen Klientel aus Mitteleuropa traf. Der Massentourismus, ‚Modell Sonne und Strand‘, hielt Einzug. Ärzte und Anwälte wichen einer Schar von Lohnabhängigen. Aus einem sozialliberalen Blickwinkel heraus als Demokratisierung gefeiert, stand der einst exklusive Erholungsraum der Bourgeoisie nun auch der (klein-)bürgerlichen Mittelschicht und dem Proletariat als Urlaubsort zur Verfügung.
Der beliebte katalanische Schriftsteller Josep Pla i Casadevall, der in den 1930er Jahren maßgeblichen Anteil an der Popularisierung der Costa Brava hatte, musste bereits 1973 feststellen, dass „die Gier der Partikularinteressen und die übliche Anarchie der Behörden viele Dörfer und Strände sinnlos zerstört habe.“21 Zum Empordà chic gesellte sich allmählich ein Empordà choc.22 Eine weniger schmeichelhafte Sichtweise auf die ökologischen, sozialen und kulturellen Resultate der Urbanisierung des Landes als Projekt einer an Grundrente und Kapitalverwertung orientierten Elite.23 Insbesondere die Costa Brava wurde arg in Mitleidenschaft gezogen.
Alter Wein in neuen Schläuchen?

Gut 30 Jahre später lösten sich die Weinhersteller des Empordà von diesem Stigma24 und strichen den Namen Costa Brava kurzerhand aus ihrer Herkunftsbezeichnung. Besiegelt mit der Verordnung ARP/63/2006 vom 16. Februar, veröffentlicht am 3. März 2006 im Amtsblatt der Generalitat de Catalunya (DOGC) Nr. 4585.25 Die von Luis Gutiérrez, Kritiker beim Robert Parker Wine Advocate (RPWA), konstatierte starke touristische „Verzerrung der Weinproduktion und -vermarktung“26 ließ sich hingegen nicht so einfach abschütteln. Dennoch war es vielleicht ein erster Hinweis auf eine langsam einsetzende „stille Revolution“27.
Wege wachsen unterwegs
Touristen-Rosés
Ampurdán-Costa Brava war von 1975 bis 2006 die gültige Bezeichnung für den spanischen D.O.-Bereich Empordà (span. Ampurdán).28 In den 1960er Jahren hatten die örtlichen Weinbaubetreibende das Verfahren einer Anerkennung als Denominación de Origen eingeleitet und am Qualitäts- und Prestige-Niveau gearbeitet.29 Um dann doch in der Weinwelt hauptsächlich mit ihren Touristen-Rosés aus der Cariñena-Traube wahrgenommen zu werden.30 Oder mit den ebenfalls sehr beliebten, erfrischend fruchtigen vins d’agulla. Perlweine mit leicht prickelnder Kohlensäure, vornehmlich aus Macabeo, Xarel·lo und Parellada für Weißweine bzw. Garnacha und Ull de Llebre für Roséweine hergestellt.
In Bewegung
Aber: „Katalonien gärt“31 bemerkte Hugh Johnson 2008, und mittendrin die D.O. Empordà. Eine Dynamik, welche die Co-Autorin und Master of Wine Jancis Robinson bei ihrem Besuch in 2021 nochmals unterstrich: „Empordà is very definitely on the move.“32 Andere Kritiker und Journalisten bestätigten den Trend. Der Guía Peñín etwa, weltweite Referenz für die Weine der iberischen Halbinsel. Dessen Verkoster Alberto Ruffini hob 2019 das ausgezeichnete Qualitätsniveau hervor.33
Jay S Miller vom RPWA sprach 2011 von einem neuen Stern im Nordosten Spaniens und hob die kräftigen Rotweine aus Syrah und Garnacha hervor.34 Mit dabei auch MW Andrew Jefford. Auf Einladung des Regulierungsrats der D.O. Empordà besuchte der Kolumnist des Decanter Magazine die Region und „zeigte sich begeistert von der Strahlkraft und Frische der Weißweine und der fantastischen Struktur der Rotweine.“35 Last but not least Tim Atkin, ebenfalls ein Meister seiner Zunft, der sich in seinem Empordà-Artikel aus 2024 von den Weinen überzeugt gab.36

Rote im Visier

nehmende Anteil selbst abfüllender Betriebe sowie der abnehmende Anteil der
Roséweine an der Gesamtproduktion.40
Als hätte er es geahnt. Eduard Puig i Vayreda hatte bereits 2004 die zunehmende Beachtung in den an Popularität gewinnenden Fachzeitschriften und Magazinen als einen wesentlichen Motor des Paradigmenwechsel hin zur Qualität angesprochen. Sein Statement zu Empordà als „aufsteigende Herkunftsbezeichnung“ lieferte im Nachhinein betrachtet die Blaupause für die Kommentare der internationalen Kritikerschaft. Dabei hatte der Professor für Weinbau, Generaldirektor des Institut Català de la Vinya i el Vi, Direktor des Consell Regulador de la D.O. Empordà Costa Brava sowie treibende Kraft bei der Einführung und Weiterentwicklung der Appellation – kurzum, eine zentrale Figur und Weichensteller der Weinregion Empordà, insbesondere die Rotweine im Visier.
Garnacha tinta (Garnatxa negra) und Carignan noir (Cariñena), auf català Lledoner negre und Samsó, sind seit jeher die roten Alpha-Weibchen in der Region. Und aktuell auch die einzigen beiden vom Consejo Regulador empfohlenen roten Rebsorten.41 Dennoch, in den 1990er Jahren sollten sogenannte variadedes mejorantes, verbessernde Rebsorten, den beiden unter die Arme greifen. Die Weine auf ein neues, international vorzeigbares Qualitätsniveau heben. In erster Linie Cabernet Sauvignon und Merlot,42 aber auch Syrah.
Glokalisierung
Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung war der RPWA. Dieses auf dem globalen Markt zunehmend Einfluss gewinnende Magazin „legte auf Basis einer redaktionellen Linie das Profil der am höchsten bewerteten Weine fest und schuf auf der Grundlage recht subjektiver Kriterien echte Markt- und Verbrauchertrends, die in vielen Fällen die Art und Weise der Weinherstellung beeinflussten oder das Sortiment der Rebsorten veränderten.“ So blickt Joan Benejam, Sommelier und Manager des Regulierungsrates der Herkunftsbezeichnung Empordà, in 2020 auf die Entwicklung zurück.43

The Times They Are a-Changin’.44 Nach Jay S Miller (s.o.) und einem kurzen Intermezzo von Neal Martin, heute bei Vinous, übernahm Luis Gutiérrez das Zepter für die Beurteilung der spanischen Weine beim RPWA. Und konnte sich mit der D.O. Empordà nie so richtig anfreunden. In 2014 äußerte sich die ehemalige Tetra Pak-Führungskraft noch moderat und berichtete von einer Region, die, in ihrem Vertrauen auf einen „modernen, internationalen Stil aus ausländischen Trauben […], ihr Potential noch nicht zu 100 % ausschöpft.“ 45 In 2015 dann, schon ungeduldiger, moniert er das Verharren in einer „Komfortzone“ bei Vinifizierung und Reifung.46 Ein Jahr später schließlich echauffiert er sich wortgewandt über dieses Festhalten an der „Fata Morgana“ der internationalen Rebsorten sowie an der „Über-Phase“ – „Überreife, Überextraktion, Über-Eichenbehandlung und überhöhte Preise“.47
Kritikerstimmen zum Terra Remota, Camino, D.O. Empordà
Vom Terra Remota, Camino, Empordà zeigten sich alle drei erwähnten RPWA-Kritiker wenig begeistert. Gab Jay S Miller dem Jahrgang 2007 noch 90 Punkte, so benotete Neal Martin den 2009er lediglich mit 85 und Luis Gutiérrez den 2011er mit 86 Punkte. Seit dem herrscht Funkstille. Neal Martin lieferte immerhin eine Begründung: „Rebsorten, die sich in der Nase gegenseitig neutralisieren“, „einfache Aromen […], denen es ein wenig an Definition mangelt, die aber […] viel (kommerziellen) Geschmack bieten“.48
Und der Guía Peñín? Kein einziger Eintrag zum Terra Remota, Camino, Empordà geschweige denn zur Bodega überhaupt. Die Tim Atkin 2012 immerhin als „brillant“ bezeichnet hatte.49 Diesbezüglich von der Önologin und Sommelière Mar Galván angesprochen bleibt Marc Bournazeau diplomatisch: „Qué opinas ¿Parker o Peñín? Sin comentarios.“50
Weder noch
Vor vier Jahren konstatierte Jancis Robinson, Empordà habe „seine Flirtphase mit internationalen Rebsorten hinter sich gelassen und konzentriert sich nun auf die beiden am häufigsten angebauten Rebsorten, die beide aus der Region stammen: Garnatxa und Carinyena.“51 Aber bei Marc Bournazeau verhält es sich etwas anders. „Ich baue autochthone Rebsorten an, aber auch Sirà, Cabernet, Chardonnay …“52 Carinyena, Samsó, kultiviere er als noch relativ junges Projekt nicht, weil „diese Rebsorte ältere Weinberge benötige“.53 Und für Monastrell, „die Sorte, die ich liebe“, fehle ihm schlichtweg die Feuchtigkeit.54
Wenn das neue Empordà sich durch „abgerundete Tannine und der Saftigkeit frischer Früchte mit einem subtilen Einschlag von Volumen verleihendem altem Holz“55 auszeichne, wie die Sommelière Laura Masramon aus Sant Climent Sescebes festhält, dann bieten die Weine von Bournazeau vielleicht noch einen anderen Stil. Nicht die „klassischen Empordà-Rotwein aus Garnacha negra (und den internationalen Sorten) [mit ihren] Aromen von kandierten schwarzen Früchten, Röst- und Gewürznoten, die uns zwanzig Jahre zurückversetzen“56, auch wenn der Terra Remota, Camino, Empordà, 2020 auf genau diesen Rebsorten basiert. Es ist eher der französische touch, die Anklänge an Rhône-Finesse57 und der Verzicht auf Körperreichtum und Vollmundigkeit zugunsten von Eleganz und Geschmeidigkeit.58

Gran desconocido
Ramon Francàs, Sommelier-Ausbilder an der Fakultät für Önologie der Universität Rovira i Virgili fasst zusammen: Die Bodega in Sant Climent Sescebes produziere „Weine mit einem anderen Profil als der Rest der Weinkellereien des Empordà.“59 Anders ist aber auch, der Weinherstellung vorgelagert, die höhere Dichte der gepflanzten Rebstöcke mit einem Reihenabstand von 2,25 m zwischen den Spalieren und einem Abstand von 0,90 m zwischen den Rebstöcken, was eine Dichte von 4.600-4.800 Rebstöcken/Hektar ergibt. Der Durchschnitt der D.O. Empordà liegt bei 3.600.60 Und auch, nachgelagert, ihre Vermarktung: Mit einem Exportanteil in Höhe von 50 bis 60 Prozent61 liegt Terra Remota deutlich über dem Durchschnitt der Appellation (Ø 11% 2012 bis 2022, 7% in 2023).62
Das Selbstverständnis dieses gran desconocido,63 dieses großen Unbekannten der Region? Man begreife sich als „einen der neuen großen Werte“ des Weinbaugebiets und als „ein außergewöhnliches Weingut im Empordà.”64
Abgelegenes Land

So manches mag sich mit der Herkunft und Vergangenheit von Marc und Emma Bournazeau erschließen. Das Ehepaar stammt aus dem französischen Perpignan, Hauptstadt der historischen Grafschaft Roussillon und damit des nördlichen Teils von Katalonien. Emmas Großvater musste, wie Antonio Machado Ruiz und so viele andere, gegen Ende des spanischen Bürgerkrieges nach Frankreich fliehen.66 Die Gründung von Terra Remota im Jahr 2002 kann daher zumindest für Emma als „Wiedererlangung einer verlorenen Identität und Rückkehr zu den Ursprüngen“ interpretiert werden.67
Dabei bringt Emma Bournazeau geborene Florensa die weinbauliche Tradition ein. Mit dem Château Saint Roch, 2007 an Jean-Marc Lafage und dessen renommierte, gleichnamige Domaine verkauft, besaß man Weinberge im Vallée d’Agly. Aber die Familie Florensa ist auch Miteigentümerin des Weinguts Viña Las Niñas in Apalta. Dort, im chilenischen Colchagua-Tal, hatte Emmas Vater Claude Florensa mit zwei Freunden aus Perpignan ein Weingut gegründet.68
Marc Bournazeau hatte zuvor keine Verbindung zum Wein, hat aber, wie er erzählt, „seit seiner Kindheit immer von Weinbergen umgeben gelebt.“69 Nach einem Studium der Rechtswissenschaften an der Université de Toulouse arbeitete er als Gerichtsschreiber am Handelsgericht Perpignan. Außerdem ist er Geschäftsführer der beiden Hotelketten Ibis hôtel und Ibis Budget hôtel in Girona.70
„… das zweite Mal als Farce“71
Beide verliebten sich in das idyllische Fleckchen Land am Fuße der Serra de l’Albera. Komplett abgelegen inmitten einer einsamen, beeindruckenden Waldlandschaft und scheinbar losgelöst vom Rest der Welt. Was auch den Namen des Weinguts erklärt: „Das abgelegene Land“. Nur rund 15 km vom Meer und somit von der Costa Brava entfernt.
Und genau dort drohen mit dem jüngsten Bauboom auch die letzten naturnahen Bereiche zu verschwinden. Sowie der Küstenweg entlang der Costa Brava mit seinem freien Zugang zum Mittelmeer. Die Reminiszenz des Terra Remota, Camino, Empordà an das Gedicht Caminante, no hay camino von Antonio Machado Ruiz gewinnt so eine, vielleicht ungewollt, neue Bedeutungsebene und Aktualität.
Weitere Verkostungsnotizen
- siehe: Ramon Francàs (2021): „La pandemia frena los planes de la bodega ecológica Terra Remota”; in: La Vanguardia, 12/04/2021; URL: www.lavanguardia.com / Zugriff: 03.11.2025 ↩︎
- Sergi Cortés (2021): „Marc Bournazeau, Terra Remota: L’Empordà ho té tot, Pirineus, mediterrani, tramuntana, pissarra…“ ; in: Cupatges.CAT, 6 d’abril de 2021 ; URL : cupatges.elnacional.cat; Zugriff: 08.11.2025 ↩︎
- laut Vitis International Variety Catalogue eine Mutation des Garnacha tinta; vgl.: Vitis International Variety Catalogue VIVC (o.A.): „Passport data Garnracha Peluda“; Julius Kühn-Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), Institut für Rebenzüchtung – Geilweilerhof (ZR); URL: https://www.vivc.de ↩︎
- Antonio Machado (1917): „Caminante, no hay camino“; zitiert nach: Carola Lentz (2023): „Rede zur Jubiläumsveranstaltung 65+1 Jahre Goethe-Institut Madrid“; März 2023; URL: www.goethe.de; Zugriff: 08.11.2025
Dort auch die Übersetzung von Susanne Lange:
Wanderer, du setzt den Fuß
und die Spur wird dir zum Weg;
Wanderer, kein Weg ist da,
Wege wachsen unterwegs. ↩︎ - Mar Galván (2019): “Marc Bournazeau ‚Terra Remota‘: Paisaje, Tradicción y Ecología (Parte I)”; in: La Gaceta Del Vino, 2 octubre, 2019; URL: https://lagacetadelvino.com; Zugriff: 08.112025 ↩︎
- Miquel Hudin, Elia Varela Serra (2012): „Vinologue Empordà. A regional guide to enotourism in Catalonia including 59 wineries and 260 wines.“ ↩︎
- Julia Macher (2019): „Der Vorzeigedichter der Zweiten Republik“; in: Deutschlandfunk, Kalenderblatt 22.02.2019; URL: www.deutschlandfunk.de; Zugriff: 08.11.2025 ↩︎
- wikipedia-Eintrag zu „Antonio Machado“; URL: https://es.wikipedia.org; Zugriff: 08.11.2025 ↩︎
- siehe: Paz Ivison (2024): “From France with love. Terra Remota”; in: Seletus Wines Magazine, 6th January 2024; URL: www.selectuswines.com; Zugriff: 08.11.2025
Über den Kauf bzw. Erhalt des Geländes gibt es verschiedene Versionen. Die Homepage der katalanischen Tourismusagentur beispielsweise gibt an, dass Marc Bournazeau zu Beginn der 2000er Jahre das Grundstück erworben hätte, um, so die ursprüngliche Idee, Olivenbäume für die Olivenölherstellung anzubauen, dann aber auf Weinreben umschwenkte. (siehe: Agència Catalana de Turisme (o.A.): „Terra Remota“; URL: www.catalunya.com; Zugriff: 08.11.2025). Andrew Jefford hingegen behauptet in einer seiner Kolumnen für das Decanter Magazine, die Fläche hätte dem Pärchen bereits seit 1989 gehört. (vgl.: Andrew Jefford (2018): “Wanderers in search of a path”; in: Decanter Mgazine, October 1, 2018; URL: www.decanter.com; Zugriff: 08.11.2025). Die Seite des Regulierungsrat der DO Empordà äußerst sich in der Präsentation des Weingutes nicht dazu (vgl.: Consell Regulador DO Empordà (o.A.): „Terra Remota“; URL: www.doemporda.cat; Zugriff: 08.112025) und auch das Weingut selbst gibt keine weiterführende Informationen zum Thema. ↩︎ - siehe etwa: Jaume Fàbrega (2023): “L’Empordà és la Toscana?”; in: La República, Dilluns, 22 de maig de 2023; URL: https://www.larepublica.cat; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- Pep Sanz Datzira (2018): „De l’Empordà chic a l’Empordà choc: mirades a banda i banda de la frontera“; in: Mariàngela Vilallonga, Margarida Casacuberta, Anna Perera Roura (Ed.): “La construcció literària del territori. Costa Brava i Empordà”; Institut de Llengua i Cultura Catalanes, Sèrie Estudis i documents, 3; (Seite 117 – 134) ↩︎
- Redaktion Editorial l’Empordà S.L.U. (2015): “’Tocat pels déus‘, lema de la marca Empordà per a una promoció conjunta”; in: Empordà, 30 Mar 2015; URL: https://www.emporda.info; Zugriff: 08.11.2025 ↩︎
- ebd. ↩︎
- Josep Vicenç i Eres (2019): “La Costa Brava o La Residència dels Déus”; in: Núvol, 15/03/2019; URL: www.nuvol.com; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- Oh, unsere Costa Brava, weltweit einzigartig. Ferran Agulló (1908): „Per la Costa Brava“; in: La Veu de Catalunya, 12. September 1908. ↩︎
- vgl.: Josep Playà Maset (2012): “El primer viatge ‚oficial‘ a la Costa Brava”; in: Revista de Girona 274; URL: www.raco.cat; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- ebd. ↩︎
- Mercè Tatjer (2012): „Els banys de mar a Catalunya“ ↩︎
- Ministerium für öffentliche Aufgaben der republikanischen Generalitat ↩︎
- siehe: Sergi Yañez Torrado (2019): “Costa Brava: la producció d’un paisatge turístic”; in: Directa. Periodisme cooperatiu per la transformació social, desembre 17, 2019; URL: https://directa.cat; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- zitiert nach: Andratx Badia Escolà (2018): „Josep M. de Sagarra: mirada urbana i dual a l’Empordà“; in: Mariàngela Vilallonga, Margarida Casacuberta, Anna Perera Roura (Ed.): “La construcció literària del territori. Costa Brava i Empordà”; Institut de Llengua i Cultura Catalanes, Sèrie Estudis i documents, 3; (Seite 191 – 212) ↩︎
- in Anlehnung an Pep Sanz Datzira, a.a.O. ↩︎
- vgl.: Sergi Yañez Torrado (2019), a.a.O. ↩︎
- Josep Vicenç i Eres (2019), a.a.O. ↩︎
- Consell Regulador DO Empordà (o.A.): „Dossier Informatiu de la DO Empordà“; URL: www.doemporda.cat; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- Luis Gutiérrez (2024): “Spain: Cataluña – The Dry Years”; in: Robert Parker Wine Advocate, May 16, 2024 ↩︎
- Jose M. Dacosta (2020): „Procurem vendre el prestigi de l’Empordà com a mite i com a referent turístic i gastronòmic“; in: Revista de Girona 322 / 2020 ↩︎
- vgl. etwa: David Schwarzwälder, Wolfgang Hubert, Jürgen Mathäß (2009): „Spanien und seine Weine: Von Klassik bis Avantgarde“ ↩︎
- Consell Regulador DO Empordà, a.a.O. ↩︎
- siehe: Hugh Johnson, Jancis Robinson (2008): “Der Wein Atlas”; 6. vollständig überarbeitete Ausgabe ↩︎
- Hugh Johnson, Jancis Robinson (2008): “Der Wein Atlas” 6. vollständig überarbeitete Ausgabe ↩︎
- Jancis Robinson (2021): “Empordà – reviving Catalan heritage”; in: JancisRobinson.com, Saturday 11 September 2021; URL: www.jancisrobinson.com; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- Associació Vinícola Catalana (2019): „Más de noventa vinos DO Empordà alcanzarán el excelente en la nueva Guía Peñín“; hompage der AVC, tweet vom 09 abril 2019; URL: www.avinicolacatalana.cat; Zugriff: 16.11.2025. Insgesamt haben sich die Auszeichnungen in Spaniens umfassendsten Weinführer von 31 im Jahr 2012 auf 104 in der Ausgabe 2021 verdreifacht. ↩︎
- Jay S Miller (2011): „Focus On Catalunya (Part One)“; in: Robert Parker Wine Advocate, May 2, 2011 ↩︎
- Cupatges Redacció (2018): „Andrew Jefford, articulista de Decanter, lloa els vins de la DO Empordà“; in: Cupatges, 9 de febrer de 2018; URL: cupatges.elnacional.cat; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- vgl.: Consell Regulador DO Empordà (2024): „Una cinquantena de vins DO Empordà obtenen l’excel·lent del prestigiós crític Tim Atkin“; in: Consell Regulador DO Empordà, tweet vom 12/02/2024; URL: /www.doemporda.cat; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- Datengrundlage: Institut Català de la Vinya i el Vi (INCAVI), URL: https://incavi.gencat.cat; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- „Sie wurde 1999 in erster Linie eingeführt, weil das expandierende Unternehmen Torres die Denominatio Penedès als zu eng empfand.“ Hugh Johnson, Jancis Robinson (2008), a.a.O. ↩︎
- siehe: Ramon Francàs (2017): „Salt enoturístic a Terra Remota, que no descarta invertir a Jerez i a Formentera“; in: Cupatges, 9 d’octubre de 2017; URL: https://cupatges.elnacional.cat; Zugriff: 16.11.2025 oder auch: Paz Ivison (2024): „From France with love. Terra Remota“; in: Selectus Wines, 6th January 2024; URL: https://www.selectuswines.com; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- Datenquelle: Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación (MAPA); URL: https://www.mapa.gob.es; Zugriff: 16.11.2025. Ein Wirtschaftsjahr (Campaña) umfasst die Zeitspanne vom August bis 31. Juli Folgejahr. Weinstile ohne Likör-, Schaum- und Perlweine ↩︎
- vgl.: Consejo Regulador de DOP Empordà (2025): „Pliego de Condiciones DOP Empordà“; en vigor desde: 24.07.2025; URL: https://www.mapa.gob.es; Zugriff: 16.11.2025 Zugelassen sind aber auch Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Monastrell, Ull de llebre (wohinter sich die Tempranillo-Rebe verbirgt), Syrah und Garnatxa Peluda. ↩︎
- siehe: Laura Masramon i Grau (2020): „Passat, present i futur del vi empordanès“; in: Revista de girona, 2020 (322); URL: https://raco.cat/index.php/RevistaGirona; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- Joan Benejam (2020): „L’Empordà i els seus vins, interpretant el paisatge“; in: Revista de girona, 2020, (322); URL: https://raco.cat/index.php/RevistaGirona; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- Song von Bob Dylan, der 1964 auf der gleichnamigen LP veröffentlicht wurde. 2004 auf Platz 59 der von der amerikanischen Musikzeitschrift Rolling Stone herausgegebenen Liste The 500 Greatest Songs of All Time platziert. ↩︎
- Luis Gutiérrez (2014): “Cataluna and 10 of its Appellations”; in: Robert Parker Wine Advocate, Feb 28, 2014 ↩︎
- Luis Gutiérrez (2015): “Spain, Cataluna: A Melting Pot of Appellations”; in: Robert Parker Wine Advocate, Jun 30, 2015 ↩︎
- Luis Gutiérrez (2016): “Spain: Cataluña – Time to Wake Up”; in: Robert Parker Wine Advocate, Oct 28, 2016 ↩︎
- Neal Martin (2012): „2009 Terra Remota Camino“; in: Robert Parker Wine Advocate, 26.12.2012 ↩︎
- vgl.: Tim Atkin (2012): „2010 Terra Remota Camino, Empordà“; in: website Tim Atkin MW, 23rd August 2012; URL: https://timatkin.com; Zugriff: 16.11.2025. Seiner Beurteilung zu diesem Wein: 93 Punkte „Eine Fruchtsalatmischung (wenn das nicht abwertend klingt) aus Syrah, Cabernet Sauvignon, Garnacha, Tempranillo und anderen Sorten – dies ist eine weitere köstliche Veröffentlichung dieses brillanten Weinguts. Er ist wie eine Kreuzung aus einem roten Burgunder, einem Rioja der neuen Welle und einem Châteauneuf, mit seidigen Tanninen, süßen Himbeeren und Walderdbeeren, einer schönen Eichenholzintegration und einer Note von Säure und weißem Pfeffer. Hervorragende Weinbereitung mit spürbarem französischen Flair und Finesse.“ ↩︎
- ebd. ↩︎
- Jancis Robinson (2021), a.a.O. ↩︎
- Sergi Cortés (2021): „Marc Bournazeau, Terra Remota: L’Empordà ho té tot, Pirineus, mediterrani, tramuntana, pissarra… ;“; in : Cupatges.CAT, 6 d’abril de 2021 ; URL: https://cupatges.elnacional.cat; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- ebd. ↩︎
- ebd. ↩︎
- Laura Masramon i Grau (2020), a.a.O. ↩︎
- ebd. ↩︎
- vgl. etwa: Tim Atkin (2012),a.a.O. oder auch Paz Ivison (2024), a.a.O. ↩︎
- vgl.: Mar Galván (2019), a.a.O. ↩︎
- Ramon Francàs (2021): „La pandemia frena los planes de la bodega ecológica Terra Remota”; in: La Vanguardia, 12/04/2021; URL: https://www.lavanguardia.com; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- vgl.: Terra Remota, homepage; URL: https://www.terraremota.com/en/; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- vgl.: Ramon Francàs (2021), a.a.O.; „40 % unserer Produktion gehen nach Katalonien und 10 % in den Rest Spaniens. Der Rest wird nach Frankreich, in die Schweiz, nach Holland, Österreich, Belgien, Dänemark, Großbritannien, China, Hongkong, Kanada usw. exportiert. Aber ich würde gerne in Zukunft auch den US-Markt erschließen”, gibt Marc Bournazeau zu. Fernando Baquero (2021): „Terra Remota, los vinos que exportan al mundo la esencia del Empordà“; in: Cronica Global, 5 abril, 2021; URL: https://cronicaglobal.elespanol.com; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- eigene Berechnung nach Angaben des Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación (MAPA), siehe Fußnote 39 ↩︎
- Mar Galván (2019), a.a.O. ↩︎
- Ramon Francàs (2017): „Salt enoturístic a Terra Remota, que no descarta invertir a Jerez i a Formentera“; in: Cupatges, 9 d’octubre de 2017; URL: cupatges.elnacional.cat; Zugriff: 16.11.2025 ↩︎
- Paz Ivison (2024), a.a.O. ↩︎
- vgl.: Mar Galván (2019), a.a.O. ↩︎
- siehe: ebd., oder auch: Miquel Hudin, Elia Varela Serra (2012), a.a.O. ↩︎
- vgl.: Andrew Jefford (2018): “Wind, stone …”; in: Decanter, March 12, 2018 ↩︎
- Fernando Baquero (2021), a.a.O. ↩︎
- Mar Galván (2019), a.a.O. ↩︎
- Das ganze Zitat lautet eigentlich: „Hegel bemerkt irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Persönlichkeiten sozusagen zweimal vorkommen. Er vergaß hinzuzufügen: Das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce.“ Kalr Marx leitete so seine erstmals 1852 veröffentlichte Schrift „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“ ein. ↩︎



